{"id":949,"date":"2013-04-01T21:01:33","date_gmt":"2013-04-01T21:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/chateau-beri.ch\/?p=949"},"modified":"2022-01-18T21:44:28","modified_gmt":"2022-01-18T21:44:28","slug":"18-bis-31-marz-2013-von-tolu-bis-cartagena-colombia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/chateau-beri.ch\/?p=949","title":{"rendered":"18. bis 31. M\u00e4rz 2013    von Tol\u00fa bis Cartagena (Colombia)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04194.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04194-168x300.jpg\" title=\"Freundlicher Militarist hilft weiter\" width=\"168\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-952\" srcset=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04194-168x300.jpg 168w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04194-576x1024.jpg 576w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04194.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a>Kolumbien ist viel besser als sein Ruf. Die Menschen sind neugierig, freundlich und hilfsbereit, wir k\u00f6nnten da unz\u00e4hlige Geschichten erz\u00e4hlen. Auch Milit\u00e4rs winken uns bloss grinsend und mit erhobenem OK-Daumen weiter. Falls man angehalten wird, wollen sie vielleicht mal ein Wort \u00fcbersetzt haben oder den Innenraum des Autos besichtigen, denn das einsame, langweilige Wachestehen in den Bergd\u00f6rfern schreit nach Abwechslung. Da vergessen wir schnell, dass dieses Land nach wie vor mit enormen Problemen zu k\u00e4mpfen hat und sich extrem bem\u00fcht, seinen Ruf als DIE Hochburg der Drogenbarone loszuwerden. Leider bleibt uns kaum Zeit, einzelne Sehensw\u00fcrdigkeiten anzuschauen, denn wir durchqueren Kolumbien im Eilzugstempo. 200km vor Erreichen der Karibik enden auch die Anden und wir fahren von \u00fcber 2\u2018000 H\u00f6henmeter auf 0 runter \u2013 in eine wahre Waschk\u00fcchen. Innert kurzer Zeit wird es feucht und sehr heiss, also schnellstens ans Meer!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04240.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04240-168x300.jpg\" title=\"Pi\u00f1a Colada als Alternative zum Schnorchelausflug\" width=\"168\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-955\" srcset=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04240-168x300.jpg 168w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04240-576x1024.jpg 576w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04240.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a>Auf den Tagesausflug auf die Islas San Bernardo hatten wir uns soooo gefreut und erstehen vorher perfekte Tauchbrillen mit Schnorcheln.  Die Tour entpuppt sich dann aber als reine Abzocke, inklusive einer schrecklichen Zurschaustellung von Tieren. Das \u201etodo includo\u201c beinhaltet lediglich ein (allerdings gutes) Mittagessen und einen Becher Eis mit ein wenig Cola. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04218.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04218-168x300.jpg\" title=\"Flamingos mit L\u00e4usen auf den Islas San Bernardo\" width=\"168\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-954\" srcset=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04218-168x300.jpg 168w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04218-576x1024.jpg 576w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04218.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 168px) 100vw, 168px\" \/><\/a>Auf einer der besuchten Inseln gibt\u2018s eine Art Zoo \u2013 sehr ungepflegt und mit viel zu engen Gehegen und K\u00e4figen. Die Hauptsache scheinen die lebensgrossen Pappe-Figuren von Schwarzafrikanern im Lendenschurz und sich gegenseitig erschiessenden Piraten zu sein, was uns die Sklaven- und Piratenvergangenheit nicht wirklich n\u00e4her bringt. Das Schlimmste aber sind die v\u00f6llig verlausten und zerzausten Flamingos sowie zwei arme Delfine in einem viel zu kleinen Meerwasserbecken\u2026und was hat denn bitte ein afrikanischer Strauss hier zu suchen? Es juckt uns in den Fingern, die Verschl\u00e4ge auf der Stelle zu \u00f6ffnen, aber wir werden wohlweislich nicht aus den Augen gelassen.  F\u00fcr das versprochene Schnorcheln m\u00fcssten wir eine Extra-Bootstour buchen (der Preis ist verhandelbar), da direkt vor der Insel nichts Interessantes zu sehen ist. Jedenfalls w\u00fcrden wir die Tour niemandem empfehlen!<\/p>\n<p>Das Wasser im Golf von Morrosquillo ist mit 30C\u00b0 keine wirkliche Erfrischung und durch die mannshohen Wellen auch sehr tr\u00fcbe. Ausserdem f\u00fchren wir einen endlosen Kleinkrieg gegen Moskitos, Sandfliegen und sonstiges Gekreuch. Es sind zurzeit kaum Touristen hier, dem entsprechend ist nicht viel los. Aber wir geniessen die ersten Tage in der Karibik ausgiebig, bevor es nach vier N\u00e4chten auf dem Campingplatz des Hotels \u201eCasa del Mar\u201c weiter nach Norden geht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC02359.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC02359-225x300.jpg\" title=\"Strandcamping &quot;Los Angeles&quot;\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignleft size-medium wp-image-957\" srcset=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC02359-225x300.jpg 225w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC02359.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a>Nach \u00fcber 400km treffen wir auf dem Campingplatz \u201eLos Angeles\u201c (etwa 30km \u00f6stlich der Stadt Santa Marta \/ Abzweigung bei N11 1727.4 W73 5326.7) ein. Ein phantastischer Strandcamping! Das Meer ist hier erfrischender und die hohen Wellen reissen einen regelm\u00e4ssig von den Beinen. Am ersten Abend leisten wir uns einen k\u00f6stlichen Fischteller, selbstverst\u00e4ndlich alles heute direkt vor dem Strand gefischt. Die sanit\u00e4ren Einrichtungen sind einfach aber tiptop sauber \u2013 und sie funktionieren! Viele zahlen eine Menge Geld, um den Urlaub in der Karibik verbringen zu k\u00f6nnen \u2013 wir fahren da einfach mal schnell hin! F\u00fcr unsere beiden Autos gibt es zwei kleine Stellen, die nicht direkt unter Palmen stehen. Auf dem gesamten Areal ist n\u00e4mlich die M\u00f6glichkeit, von fallenden Kokosn\u00fcssen oder Palmbl\u00e4ttern getroffen zu werden, ziemlich erheblich! Mit einer blossen Gehirnersch\u00fctterung k\u00e4me man wohl kaum davon\u2026<\/p>\n<p>Die fehlende Internetverbindung ist der einzige Wermutstropfen, denn wir warten noch immer darauf, dass unser Agent Manfred endlich den Verschiffungstermin bekannt gibt. Etwas beunruhigt begeben wir uns am zweiten Tag in die Hafenstadt Santa Marta. Die Tankstellen in Kolumbien sind nicht \u2013 wie in den meisten s\u00fcdamerikanischen L\u00e4ndern \u2013 mit Free WiFi ausgestattet, aber immerhin bietet das Einkaufszentrum \u201eOcean Mall\u201c eine M\u00f6glichkeit. Erneut nix Termin! In der Umgebung des Campingplatzes steht ein Ferienressort, wo wir uns am dritten Tag von ausserhalb ganz kurz Internetzugang verschaffen. Immer noch nichts! Sina und Michael organisieren f\u00fcr uns alle die Autoversicherungen f\u00fcr USA\/Canada. Das Angebot einer amerikanischen Versicherung f\u00fcr unser Chateau liegt bei der Kleinigkeit von \u00fcber $5\u2018000 f\u00fcr neun Monate! Da belassen wir\u2019s bei der Haftpflicht und ber\u00fccksichtigen eine Versicherung in Deutschland. Wie so vieles ist auch dies von der Schweiz aus nicht machbar! Michael verbringt Stunden damit, Mails zu schreiben sowie Kopien unserer Dokumente anzufertigen \u2013 an dieser Stelle TAUSEND DANK!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04314.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04314-300x168.jpg\" title=\"Parkplatz des Hotels Bellavista, Cartagena\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"alignright size-medium wp-image-959\" srcset=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04314-300x168.jpg 300w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04314-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04314.jpg 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Nach vier Tagen auf dem Camping \u201eLos Angeles\u201c sind wir echt langsam nerv\u00f6s, denn der Verschiffungstermin (wir haben Anfang April vereinbart) k\u00f6nnte schon sehr bald sein. Wir ben\u00f6tigen endlich freien Internet-Zugang. Da bleibt nichts Anderes \u00fcbrig, als nach Cartagena zu fahren &#8211; ist ja schliesslich auch Karibik. Da wir Sina und Michael unterwegs aus den Augen verlieren, quartieren wir uns f\u00fcr eine Nacht mitten im Stadtteil Getsemani  im Hostal \u201eViena\u201c ein. Ein Zimmerchen ohne Bad und ohne Fenster, daf\u00fcr mit l\u00e4rmigem Ventilator und Moskitos. Sina und Michael stehen bereits auf dem Camping- resp. Parkplatz beim Hotel Bellavista, wohin wir am n\u00e4chsten Tag frohen Herzens umziehen. Es ist sehr heiss auf diesem staubigen und schmuddeligen Platz, aber wenigstens weht hier am Meer ein kr\u00e4ftiger Wind. Mutig machen wir uns bei Mittagshitze zu Fuss auf in ein Einkaufszentrum\u2026 welches wir dann auch nach einer Stunde nicht finden k\u00f6nnen. Der Schweiss l\u00e4uft nur so runter, also rein in ein Taxi und ab zur Plaza Mall mit Aircondition! <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04297.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04297-300x168.jpg\" title=\"Stadtmauer von Cartagena\" width=\"300\" height=\"168\" class=\"alignleft size-medium wp-image-960\" srcset=\"https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04297-300x168.jpg 300w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04297-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/chateau-beri.ch\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2013\/04\/DSC04297.jpg 1365w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Cartagena de Indias, Perle der Karibik und UNESCO-Weltkulturerbe seit 1984! Eine lebendige, zauberhafte Stadt mit rund 1,5 Mio. Einwohnern \u2026 sowie einer unr\u00fchmlichen Vergangenheit:  Als wichtigster Sklavereihafen der gesamten westlichen Hemisph\u00e4re! Von hier wurde das \u201ef\u00fcr schwere Arbeit geeignete Menschenmaterial\u201c an die Plantagenbesitzer, Viehz\u00fcchter und in die Smaragdminen verkauft. Durch diesen Umstand leben in Kolumbien auff\u00e4llig viele Menschen afrikanischer Herkunft. Cartagena war durch seine optimale Lage auch h\u00e4ufig Attacken der um die Weltherrschaft rivalisierenden Franzosen und Engl\u00e4nder sowie nat\u00fcrlich von Piraten ausgesetzt. Die Spanier liessen w\u00e4hrend Jahrhunderten eine monumentale Festungsmauer um die Stadt errichten \u2013 getr\u00e4nkt mit dem Blut unz\u00e4hliger Sklaven, die ihr Leben daf\u00fcr lassen mussten. Die begehbare Mauer umschliesst bis heute die historische Altstadt fast vollst\u00e4ndig. Obwohl es lange her ist, beschleicht uns beim Betreten dieses Bauwerks ein seltsames Gef\u00fchl.<\/p>\n<p>Nun noch ein wenig Jammern: Sand, vermischt mit der vom Wind her\u00fcbergetragenen Salzwasser-Gischt, legt sich in einer dicken Schicht auf unsere Autos, \u00fcberall krabbeln Ameisen herum, durch die Rumsteherei laufen die Batterien nur noch auf Sparflamme, Bettw\u00e4sche und Kleider riechen langsam s\u00e4uerlich, das Wasser in den Tanks stinkt nach faulen Eiern, t\u00e4glich sind wir f\u00fcr jede vergangene Stunde dankbar und schlussendlich scheissen einem auch noch V\u00f6gel auf den Kopf. Klar k\u00f6nnten wir einfach ins Hotel ziehen. Aber wir wollen lieber bei Sina und Michael bleiben, solange wir noch zusammen unterwegs sind. Ganz unter dem Motto \u201eGeteiltes Leid\u2026\u201c.<\/p>\n<p>Zu allem \u00dcbel teilt uns der Agent mit, dass das Schiff nun erst am 11. Statt am 9. April auslaufen wird. \u00dcbers Osterwochenende tut sich eh nichts und so sehnen wir den Verzollungstag (ca. 5 Tage vor Auslaufen des Schiffes) herbei. Ab diesem Termin sind die Wagen bis ca. am 20. April auf dem Schiff und wir ziehen in Cartagena bis zum Abflug nach Fort Lauderdale ins Hotel um. So&#8230; DAS war jetzt Jammern auf Karibik-Niveau!<\/p>\n<p>In Palm Beach haben wir uns bereits ein tolles Hotel gebucht. Jetzt haben wir was, worauf wir uns richtig freuen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolumbien ist viel besser als sein Ruf. Die Menschen sind neugierig, freundlich und hilfsbereit, wir k\u00f6nnten da unz\u00e4hlige Geschichten erz\u00e4hlen. Auch Milit\u00e4rs winken uns bloss grinsend und mit erhobenem OK-Daumen weiter. 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